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CeBIT 2007 - Teil 15: AMD und ATi - 1/3 Wir hatten im Vorfeld der CeBIT einen Termin mit AMD vereinbart und waren ein wenig verwundert, als eine Woche vor der Messe unser Telefon klingelte. Am anderen Ende war AMDs Presseagentur und fragte, ob wir nicht im Anschluss an unseren Termin auch mit ATi sprechen wollen. Bis zu diesem Zeitpunkt waren wir davon ausgegangen, dass unser Interview bei AMD auch ATi zum Inhalt haben werde. Nun gut, etwas mehr Zeit, um über AMD und ATi zu sprechen, wird sicher nicht schaden, also bestätigten wir auch den Termin bei ATi. Wir müssen an dieser Stelle festhalten, dass ein Gesprächstermin bei ATi einen großen Fortschritt zu den letzten Jahren darstellt, denn bisher wurden unsere Anfragen regelmäßig abgelehnt, da wir kein Printmedium sind. Es ist erfreulich, dass AMDs offener Umgang mit allen Medien nun auch bei ATi Einzug hält.
Unsere ersten Gesprächspartner waren Stephan Schwolow, Public Relations Representative CE der AMD GmbH, und Ron Myers, Divisional Manager AMD Validated Solutions. Als geborene Diplomaten fielen wir sogleich mit der Tür ins Haus und fragten, was AMD im Laufe dieses Jahres der Intel Core Miktoarchitektur entgegenstellen kann. Bereits diese Frage schien unsere Gesprächspartner ein wenig zu verwundern, darum erläuterten wir den Grund für diese Frage. Wir Journalisten, die Händler und auch die Endkunden haben über Jahre miterlebt, dass AMD mit Innovationen frischen Wind in den Prozessormarkt brachte. Die Architektur des AMD Athlon 64 erwies sich im Vergleich zu Intels Netburst-Architektur als effizienter und leistungsfähiger, AMD konnte insbesondere dank mehr Leistung pro Watt in allen Marktsegmenten neue Kunden gewinnen und sich mit den Opteron Prozessoren auch auf dem Markt für Worksations und Server etablieren. Um es auf den Punkt zu bringen: AMD hatte seit 2003 die Nase in vielen Punkten vorn.
Dann, im Mai 2006, stellte AMD seine AM2 Plattform vor und wechselte auf DDR2-Arbeitsspeicher. Doch der Umstieg von DDR400 auf DDR2-800 brachte keine großen Leistungsgewinne mit sich und auch eine Steigerung der CPU-Taktraten blieb aus. Im Dezember 2006 folgte dann der DIE-Shrink auf 65 nm, doch es sollte bis Anfang März 2007 dauern, ehe diese Prozessoren im europäischen Endkundenmarkt ankamen. Wer sich von der 65 nm Fertigung höhere Taktraten versprochen hatte, wurde enttäuscht, denn die Spitzenmodelle werden bei AMD auch weiterhin im 90 nm Prozess hergestellt. Dafür arbeiten die 65 nm Dual-Core Prozessoren durch die Bank mit einer TDP von maximal 65 Watt, während ihre 90 nm Pendants - mit Ausnahme der EE-Baureihe - mit 89 Watt spezifiziert sind.
Intel hatte indes im Juli 2006 die Core Mikroarchitektur eingeführt und die Netburst Prozessoren der Pentium 4 und Pentium D Baureihe zu Schnäppchenpreisen auf's Abstellgleis geschoben. Mit den Core 2 Duo Modellen erzielt Intel nicht nur eine sehr gute Performance, sondern auch eine Leistungsaufnahme von maximal 65 Watt bzw. 75 Watt beim Core 2 Extreme X6800. Die Core Mikroarchitektur stellt AMD nun gleich vor drei Herausforderungen: Zum einen will AMD die absolute Leistungskrone zurückgewinnen, zum anderen bietet Intel derzeit mehr Leistung pro Watt. Im unteren Preisbereich wildern zudem Intels leistungsstarke, aber zugleich auch stromhungrige Pentium D Prozessoren und üben einen massiven Preisdruck auf AMD aus.
Wie nicht anderes zu erwarten, sahen unsere Gesprächspartner von AMD die Situation etwas differenzierter. Einen Preiskampf mit Intel verneinten sie, denn dieser wäre sowohl für AMD als auch für Intel schädlich. Zudem sei Intels Core Mikroarchitektur nur in einigen Bereichen performanter und Intels Mitte November 2006 eingeführter QX6700 sei kein echter Quad-Core Prozessor, es handele sich vielmehr um zwei Dual-Core Prozessoren in einem Gehäuse. Damit hat Ron Myers durchaus recht, dennoch erscheint uns Intels Ansatz sinnvoller als AMDs Quad FX Plattform, auf der zwei einzelne Dual-Core Prozessoren ein System mit vier Kernen verwirklichen. |
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