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USB-Flashspeichersticks mit bis zu 200-facher Geschwindigkeit - 13/14
03.04.2007 by doelf; Update: 30.04.2007
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SiSoft Sandra 2007.1098: Leistung Wechseldatenträger
Folgende Grafik fasst die Gesamtleistung (Lesen/Schreiben/Löschen) der sechs Sticks zusammen:

Was ist nun mit den Werbeversprechungen? Super Talent verspricht 200- sowie 120-fache Leseleistung und erreicht diese auch. Beim Corsair ReadOut sieht die Sache etwas anders aus: Die versprochene maximale Leserate von 20 MB/s wird mit 21,5 MB/s zwar überschritten, doch statt 7 MB/s schreibt unser Testmuster lediglich 5,55 MB/s und das ist schon recht mager.
Kingston verspricht beim DataTraveler ReadyFlash nichts und erzielt mit 18,13 MB/s (125x) beim Lesen sowie 16 MB/s (102x) beim Schreiben eine sehr ordentliche Leistung. Der Pretec i-Disk II 166x kommt mit 25,6 MB/s auf eine 174-fache Leserate - versprochen wurden 25 MB/s - und mit 18,13 MB/s auf eine 123-fache Schreibrate. Letztere liegt zwar deutlich über der Herstellerangabe von 13 MB/s, doch sie wird nur mit 64 MByte großen Blöcken erreicht. Corsair gibt für den Flash Voyager GT zwar keine Geschwindigkeiten an, doch mit maximal 33,1 MByte (225x) beim Lesen sowie 22,4 MByte (152x) beim Schreiben erreicht das Gerät Bestwerte.

Windows Vista Ready Boost
Bevor wir nun testen, ob sich die drei neuen USB-Flashspeichersticks für den Ready Boost Einsatz eignen, müssen wir zunächst erklären, was Ready Boost eigentlich ist. Windows Vista kann optional einen Teil der Auslagerungsdatei auf Flashspeicher auslagern, um auf diese Weise die Performance zu verbessern. Dabei macht sich das Betriebsystem zu nutze, dass Flashspeicher sehr niedrige Zugriffszeiten hat. Während größere Datenblöcke ausschließlich in der Auslagerungsdatei auf der Festplatte liegen, werden kleine Datenpakete zusätzlich auf den Flashspeicher ausgelagert und - solange dieser verfügbar ist - von dort gelesen. Zieht man den USB-Stick ab, greift Vista wieder auf die Festplatte zurück.

Für Ready Boost gelten die folgenden Eckdaten:

  • Es müssen mindestens 240 MByte Speicherplatz auf dem Flashspeicher zur Verfügung stehen, ein 256 MByte großer Speicherstick ist daher die Mindestanforderung.
  • Maximal können 4 GByte für Ready Boost genutzt werden. Ist der Flashspeicher größer, kann man im restlichen Bereich Daten ablegen. Die Beschränkung auf 4 GByte orientiert sich an der maximal erlaubten Dateigröße auf FAT32 Partitionen.
  • Vista komprimiert die Ready Boost Auslagerungsdatei, so dass dort bis zu 8 GByte Daten abgelegt werden können.
  • Das Verhätnis von Flashspeicher zu Arbeitsspeicher sollte zwischen 1:1 und 3:1 liegen, wer mehr Arbeitsspeicher hat, braucht weniger Flashspeicher.
  • Die Leserate für 4 KByte Blöcke im reinen Zufallszugriff muss über den gesamten Flashspeicher für Ready Boost mindestens 2,5 MByte/s betragen, für den "enhanced" Modus werden sogar 5 MByte/s gefordert.
  • Die Schreibrate für 512 KByte Blöcke im reinen Zufallsmodus muss über den gesamten Flashspeicher für Ready Boost mindestens 1,75 MByte/s betragen, für den "enhanced" Modus werden 3 MByte/s gefordert.

Ready Boost beschleunigt vor allem Programmstarts und das Nachladen von Programmdaten, als Ready Boot verkürzt es zudem den Windows Startvorgang. Ansonsten halten sich die Leistungsgewinne in Grenzen und fehlenden Arbeitsspeicher kann Ready Boost auf keinen Fall kompensieren.

Zum Test der Transferleistung bringt Windows Vista das Programm WinSat mit. Der Aufruf geschieht aus einer Eingabeaufforderung mit Administratorrechten:

  • winsat.exe disk -read -ran -ransize 4096 -drive E (USB-Stick ist Laufwerk E:, Lesetest)
  • winsat.exe disk -write -ran -ransize 524288 -drive E (USB-Stick ist Laufwerk E:, Schreibtest)

Winsat 4 kByte Zufallslesen; in MByte/s
Super Talent
RBST 200x
7,77
Super Talent
DG 120x
6,39
Kingston
DataTraveler ReadyFlash
6,28
Corsair
Flash Voyager GT
6,13
Pretec
I-Disk II 166x
2,82
Corsair
Flash ReadOut
0,11

Für uns völlig überraschend bescheinigt Windows Vista dem Corsair Flash ReadOut eine geradezu jämmerliche Leserate. Die Ergebnisse, welche Winstat hier misst, lassen sich mit keinem anderen Tool reproduzieren. Auch Pretecs I-Disk II 166x fertigt das Microsoft Tool mit mageren 2,82 MByte/s ab, obwohl der Stick bei SiSoft Sandra eine sehr gute Leseleistung zeigte.

Winsat 512 kByte Zufallsschreiben; in MByte/s
Corsair
Flash Voyager GT
16,85
Super Talent
RBST 200x
13,56
Kingston
DataTraveler ReadyFlash
12,82
Super Talent
DG 120x
9,67
Pretec
I-Disk II 166x
8,56
Corsair
Flash ReadOut
7,97

Wie zu erwarten erklät Windows Vista die beiden Sticks von Super Talent als Ready Boost tauglich, während der Flash ReadOut von Corsair aufgrund der gemessenen Leserate abgelehnt wird. Pretecs I-Disk II 166x kann trotz magerer Ergebnisse für Ready Boost verwendet werden, da der Stick die Mindestvorgaben bei der Leseleistung gerade so erfüllt. Corsairs Flash Voyager GT hatte bereits bei SiSoft Sandra mit einer extrem hohen Schreibrate geglänzt, welche diesem Stick auch bei Winsat zu Höhenflügen verhilft.

Ready Boost Praxistest
Doch was bringt Ready Boost in der Praxis? Für unseren Test schauen wir uns die Disziplin Ready Boot an und messen die Zeit, welche Windows Vista zum Start benötigt. Unser Testsystem ist mit einem Gigabyte RAM etwas mager ausgestattet, deshalb sollen die ein Gigabyte Flashspeichersticks seine Leistung ein wenig "boosten". Gemessen wurde ab der Auswahl im Bootmenü (F8) bis zum Anzeigen des Desktops, die Ergebnisse sind das Mittel aus jeweils fünf Messläufen:

Windows Vista Bootzeit in Sekunden; kleinere Werte sind besser
Corsair
Flash Voyager GT
26,46
Pretec
I-Disk II 166x
26,96
Kingston
DataTraveler ReadyFlash
27,28
Super Talent
RBST 200x
27,90
Super Talent
DG 120x
30,55
Ohne
Ready Boost
32,22

Ohne Ready Boost benötigt das System 32,22 Sekunden, der 120x Speicherstick verkürzt die Bootzeit um magere 1,67 Sekunden. Erst der schnelle 200x Speicherstick sorgt für einen echten "Boost", Vista erreicht das Desktop mit seiner Hilfe 4,32 Sekunden schneller. Noch ein wenig schneller startet das System mit Pretecs I-Disk II 166x oder dem Kingston DataTraveler ReadyFlash. Dieses Resultat ist insbesondere aufgrund der schlechten Winsat Ergebnisse des Pretec I-Disk II 166x sehr interessant. Der Spitzenreiter bei der Bootzeit ist Corsairs Schnellschreiber Flash Voyager GT.

Weiter: 14. Fazit

1. Einleitung
2. Corsair Flash ReadOut 2 GByte
3. Super Talent DG 120x 1 GByte
4. Super Talent RBST 200x 1 GByte
5. Kingston DataTraveler ReadyFlash 2 GByte
6. Pretecs i-Disk II 166x 1 GByte
7. Corsair Flash Voyager GT 4 GByte
8. SiSoft Sandra 2007 - 512 Byte
9. SiSoft Sandra 2007 - 32 kByte
10. SiSoft Sandra 2007 - 256 kByte
11. SiSoft Sandra 2007 - 2 MByte
12. SiSoft Sandra 2007 - 64 MByte
13. Leistungskurven und Vista Ready Boost
14. Fazit

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