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Arctic Cooling Accelero S1 und Turbo Module vs. GeForce 8800 GT - Duckansicht
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Kürzlich hatten wir den passiven Grafikkarten-Kühler Accelero S2 des schweizer Herstellers Arctic Cooling getestet, heute betrachten wir das leistungsstärkere Modell Accelero S1 sowie das optionale Lüfter-Set "Turbo Module", welches in Verbindung mit dem Accelero S1 und S2 genutzt werden kann.


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Kompatibilität
Bevor wir auf die unterstützten Grafikkarten zu sprechen kommen, sei darauf hingewiesen, dass es zwei Revisionen des Accelero S1 gibt. Bei der zweiten Revision wurde die Befestigung des Kühlers überarbeitet und dadurch dessen Kompatibilität verbessert. Zudem wurden neuere Modelle wie AMDs Radeon HD 3870 oder NVIDIAs GeForce 8800 GT in die Anleitung eingepflegt. An der Kühlleistung hat sich hingegen nichts verändert und auch die erste Revision, welche in diesem Test zum Einsatz kommt, kann problemlos mit den zuvor genannten Grafikkarten verwendet werden.


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Folgende Grafikkarten hat Arctic Cooling für seinen Accelero S1 freigegeben:

Konstruktion
Mit 140 mm ist der Accelero S1 nur 2 mm breiter als der S2 und bietet mit 32 Aluminiumblechen genau eine Finne mehr. Auch die Bauhöhe des Kühlers ist lediglich um einen Millimeter auf 33 mm angewachsen. Der wesentliche Unterschied besteht in der Länge: Mit 215 mm ist der Accelero S1 genau 27 mm länger als sein kleiner Bruder und bietet somit ca. 15 Prozent mehr Oberfläche.


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Vier kupferne Heatpipes mit einem Durchmesser von jeweils 6 mm verteilen die Abwärme auf die einzelnen Bleche, der Accelero S2 besitzt lediglich zwei dieser Heatpipes. Der Accelero S1 bringt 268 Gramm auf die Waage und ist somit 66 Gramm schwerer als der S2. In Anbetracht seiner Abmessungen fällt das Gewicht des Kühlers sehr moderat aus.


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Aufgrund dieser Abmessungen ist der Accelero S1 allerdings nicht für flache Desktop- oder HTPC-Gehäuse geeignet. Die obere Kante des Kühlers ragt - abhängig von der verwendeten Grafikkarte - um 15,6 bis 16,2 cm über die Oberfläche des Mainboards hinaus. Zudem blockiert der Kühler den Steckplatz unterhalb der Grafikkarte, wird das Turbo Module verwendet, geht sogar ein weiterer Steckplatz verloren.




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Lieferumfang
Im Lieferumfang befinden sich acht Kühlprofile für die Speicherchips sowie zwei Kühlprofile für die Spannungswandler einiger Grafikkarten.


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Das etwas seltsam anmutende Blech ist beispielsweise für Radeon X1950 Pro basierende Grafikkarten gedacht, die ATis Referenzdesign folgen. Auf der Unterseite der Aluminiumprofile befindet sich eine Klebefolie der Firma 3M.


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Die Wärmeleitpaste hat Arctic Cooling ebenfalls schon auf dem Kühler aufgetragen. Weiterhin packt Arctic Cooling vier Kunststoffklammern ein, deren Bedeutung wir später noch erklären werden. Der Hersteller gibt übrigens sechs Jahre Garantie auf seinen Kühler.


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Turbo Module
Das optionale Turbo Module verbessert die Kühlleistung des Accelero S1 und ermöglicht dadurch auch einen übertakteten Betrieb. Es besteht aus zwei rahmenlosen Lüftern mit einem Durchmesser von je 80 mm.


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Die Lüfter besitzen ein Gleitlager und rotieren mit 1500 U/min. Sie wiegen je 35 Gramm, so dass der Accelero S1 inklusive Turbo Module 338 Gramm auf die Waage bringt. Beide Lüfter werden über einen gemeinsamen 3-Pin Anschluss mit Strom versorgt.


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Arctic Cooling gibt auch auf das Turbo Module eine Garantie von 6 Jahren.




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Montage #1
Für den Test verwenden wir eine Grafikkarte vom Typ Gainward Bliss 8800GT PCX, welche mit NVIDIAs Referenzkühler im 1-Slot-Design bestückt ist.


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Als erstens legt man die Grafikkarte auf eine saubere Unterlage, am besten eine Holzplatte oder ein großes Blatt Pappe bzw. Papier. Wie im Foto durch rote Kreise gekennzeichnet, entfernt man mit einem passenden Kreuz-Schraubendreher die zwölf Schrauben, welche den Referenzkühler an der Karte befestigen.


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Sobald alle zwölf Schrauben entfernt wurden, zieht man den Kühlkörper vorsichtig vom PCB. Kühler und Grafikkarte sind nun nur noch mit einem Lüfterkabel verbunden (roter Kreis), dessen Stecker sich am besten mit einer kleinen Zange entfernen lässt.


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Nun müssen Grafikprozessor und Speicherchips von den Rückständen der alten Wärmeleitpaste befreit werden. Hierzu sollte man Alkohol und Wattestäbchen verwenden.


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Sobald alles gereinigt und trocken ist, müssen zunächst die Speicherkühler aufgeklebt werden:


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Jetzt wird der S1 auf seine Rückseite gelegt und anschließend die Grafikkarte aufgesetzt.


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Zur Stabilisierung haben wir in jede Bohrung einen Zahnstocher gesteckt, da die Grafikkarte dann beim Aufsetzen weniger verrutscht und die Wärmeleitpaste nicht verschmiert.


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Das sieht doch schon mal ganz gut aus ;-)




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Montage #2
Nun sind die Abstandhalter an der Reihe: Wir fixieren den Accelero S1 an der Karte, indem wir die beiden dem Steckplatz zugewanden Schrauben mit 2 bis 3 Umdrehungen anziehen. Dann heben wir die Karte auf der anderen Seite leicht an und stecken die Abstandshalter zwischen die Kühlrippen und führen anschließend das PCB der Grafikkarte in die Klammer der Abstandshalter.


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Nun ziehen wir auch die beiden anderen Schrauben mit 2 bis 3 Umdrehungen an und drehen alle vier Schrauben über Kreuz nach und nach fest. Auf diese Weise ist gewährleistet, dass der Kühler gerade aufgeschraubt wird und später nicht verkantet auf dem Grafikprozessor sitzt.


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Zuletzt drehen wir die Grafikkarte um und drücken zwei Plastikclips von der Gegenseite solange auf die Abstandshalter, bis diese einrasten:


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Der Accelero S1 ist nun montiert, fehlt noch das Turbo Module. Die beiden Lüfter sollten jeweils mittig zwischen den beiden Heatpipe-Paaren gesteckt werden und ihren Luftstrom auf eine möglichst große Fläche der Platine richten.


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Das Kabel zwischen den beiden Lüfter muss dabei gerade verlaufen, denn wir müssen es noch leicht in die Lamellen drücken, so dass es den Bertieb der Lüfter nicht stört. Wir haben hierfür einen flachen Schraubendreher verwendet.


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Und so sieht unsere Gainward Bliss 8800GT PCX inklusive des Accelero S1 und Turbo Module aus:


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Insgesamt ist der Kühler recht einfach zu montieren, wenn man ein wenig Fingerspitzengefühl mitbringt.




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Testaufbau
Die Tests fanden in einem geschlossenen System statt, das aus folgenden Komponenten besteht:

Kühlleistung:
Für die 3D-Last bei unseren Temperaturmessungen sorgte 3DMark06 bei 1280 x 1024 Bildpunkten mit 16x AF und 8x AA. Es wurden die maximalen Werte, welche innerhalb von fünf Durchläufen auftraten, gewertet. Die Vergleichswerte liefert der Originalkühler der Gainward Bliss 8800GT PCX. Unsere erste Messung betrachtet den 2D-Betrieb der Karte. Wir lassen den PC für 20 Minuten mit dem Windows Desktop laufen und lesen dann die gemessene Temperatur aus:

Temperaturen 2D (niedriger ist besser)
Accelero S1, 1600U/min
36
Accelero S1, 700U/min
39
Accelero S1, passiv
43
Referenzkühler
56

NVIDIA hat den Referenzkühler der GeForce 8800 GT derart eingestellt, dass dessen Lüfter erst ab einer Chip-Temperatur von 90°C hochgeregelt wird. Aus diesem Grund ist ihm der Accelero S1 bereits im passiven Betrieb deutlich überlegen.

Temperaturen 3D (niedriger ist besser)
Accelero S1, 1600U/min
45
Accelero S1, 700U/min
51
Accelero S1, passiv
62
Referenzkühler
91

Auch unter Last bleibt der Referenzkühler chancenlos, da die Temperatur gerade einmal an seinem Regelpunkt kratzt. Insbesondere im passiven Betrieb zeigt der Accelero S1, was in ihm steckt. Ohne Turbo Module konnten wir die Taktraten der Grafikkarte auf maximal 710 MHz (Chip) und 1020 MHz (Speicher) anheben, die GPU-Temperatur lag hierbei unter Last um die 65°C. Allerdings erwärmen sich die Spannungswandler ohne Lüfter deutlich, so dass wir nur mit dem Turbo Module auf einen Chiptakt von 740 MHz und einen Speichertakt von 1080 MHz vorstoßen konnten. Die GPU erreichte hierbei laue 47°C.

Schallpegelmessung
Da wir den Accelero S1 nicht nur passiv, sondern auch mit dem Turbo Module getestet haben, interessiert uns natürlich auch der Schallpegel der beiden Lüfter:

Schalldruck in dB(A), Abstand 1 Meter (niedriger ist besser)
Accelero S1, passiv
0
Accelero S1, 700U/min
21.08
Accelero S1, 1600U/min
24.56
Referenzkühler, min
27.98
Referenzkühler, max
52.58

Bei 700 Umdrehungen pro Minute arbeitet das Turbo Module beinahe lautlos, zumindest ist unser Messgerät nicht empfindlich genug, um einen Unterschied zum Umgebungsschall feststellen zu können. Mit 1600 Umdrehungen pro Minute bleibt es leise, kann im offenen Aufbau aber wahrgenommen werden. NVIDIAs Referenzlüfter ist zwar nochmals gut 3 dB(A) lauter, arbeitet allerdings auch noch recht leise. Erst wenn die GPU den Grenzwert von 90°C überschreitet, regelt die Grafikkarte den Referenzlüfter hoch. Eine Kosteprobe der maximalen Drehzahl gibt der Lüfter beim Einschalten des Systems und kreischt für einige Sekunden mit satten 52,58 dB(A).




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Fazit
Arctic Cooling liefert mit dem Accelero S1 einen hervorragenden Grafikkarten-Kühler ab, der mit einem Straßenpreis von 13,90 Euro zudem sehr preiswert ist. Das Turbo Module wird für 6,- Euro angeboten, so dass man für zusammen nicht einmal 20 Euro einen extrem leisen und zugleich überaus leistungsfähigen Kühler für Grafikkarten bis zur GeForce 8800 GTS 512 MB und Radeon HD 3870 bekommt.

Besonders beeindruckt waren wir vom passiven Betrieb, bei dem der Accelero S1 den aktiven Referenzkühler unserer Gainward Bliss 8800GT PCX problemlos in den Schatten stellte. Wer seine Karte übertakten will, sollte auf jeden Fall das Turbo Module verwenden, da hierbei auch die anderen Bauteile auf der Platine eine ausreichende Kühlung benötigen. Nicht überzeugen konnten die Klebestreifen unter den Kühlprofilen, denn diese lösten sich recht leicht. Arctic Cooling hat allerdings bereits nachgebessert, wie uns ein Sprecher der Firma auf der CeBIT bestätigte.

Sowohl Benutzern, die Wert auf ein leises System legen, als auch jenen, die ihre Grafikkarte massiv übertakten wollen, können wir diesen Kühler empfehlen. Es sollte allerdings jedem bewusst sein, dass mit dem Umbau des Grafikkartenkühlers auch die Garantie der Grafikkarte erlischt. Wir bewerten den Arctic Cooling Accelero S1 mit unserem Editor's Choice.


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Unser Dank gilt Arctic Cooling für die Teststellung des Accelero S1 und des Turbo Module.








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