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Intel Pentium 4 mit 3.06 GHz - 1/5
14.11.2002 by holger
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Der Intel Pentium 4 erreicht 3.06 GHz
Heute, am 14. November, dem offiziellen Launch-Termin, stellen wir euch Intels neuesten GHz-Boliden vor. Wir erinnern uns, am 26.08.2002 stellte Intel den Pentium 4 mit 2.8 GHz vor, doch bereits zum damaligen Zeitpunkt gestaltete sich der Launch des neuen Boliden so unaufgeregt wie schon lange nicht mehr. Der Grund war und ist AMDs derzeitige Schwäche, die einfach keinen Wettstreit der beiden Streithähne um die Performance-Krone zulässt. Schafft es AMD mit Mühe den XP2700+ mit FSB 166 auszuliefern, stellt Intel mal eben so einen Prozessor mit über drei Gigahertz vor – welch eine Zahl!


Damit hat Intel, zumindest was die Einheit „Gigahertz“ anbelangt, erneut das Rennen gemacht und die nächste prestigeträchtige Gigahertz-Hürde überflogen. AMD dagegen muss sich mit realen 2167 MHz beim aktuellen XP2700+ begnügen – dass dieser keine schlechte Leistung zeigt, steht auf einem anderen Blatt. Doch wann kommt der XP2800+ oder gar der Hammer?!

Intel begnügt sich jedoch keineswegs damit, lediglich an der MHz-Schraube zu drehen, sondern präsentiert mit der Einführung von Hyper-Threading eine im Desktop-Bereich noch gänzlich unbekannte Technologie, die bereits vor geraumer Zeit bei den Xeon-Prozessoren, genauer gesagt den Xeons mit Prestonia-Kern, Einzug gehalten hat. Schauen wir uns daher zunächst die Infrastruktur sowie die Funktionsweise von Hyper-Threading und daraus resultierend sinnvolle Szenarien an.

Bis auf den i845G-Chipsatz unterstützen alle FSB 533-Chipsätze Hyper-Threading, also der neue i845PE, i845GE, i845GV sowie der i845E und i850E, letzt genannter bietet beispielsweise RDRAM-Support nach PC1066 Standard. Darüber hinaus muss das jeweilige Mainboard-Bios Hyper-Threading-fähig sein. Auch bei den Betriebssystemen gilt es, die entsprechende Unterstützung einzufordern, in Frage kommen hier Microsofts Windows XP Home und Professional sowie Linux ab dem Kernel 2.4.18.

Hyper-Threading soll vor allem die Effizienz des Prozessors durch bessere Auslastung steigern. Dies wird durch die Aufspaltung eines physikalischen Prozessors in zwei logische CPUs erreicht, die auch als solche im Task-Manager von Windows erkennbar sind – Windows verhält sich also wie ein Multi-Prozessor-System. Sollen beispielsweise zwei Threads abgearbeitet werden, so mussten diese bei einem konventionellen System hintereinander abgearbeitet werden. Hyper-Threading ermöglicht jedoch im Idealfall die gleichzeitige Verarbeitung beider Threads.

Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass gerade multithreaded Applikationen von Hyper-Threading profitieren, da diese bereits für den Einsatz auf Multi-Prozessor-Systemen entsprechend optimiert sind. Werden mehrere Applikationen gleichzeitig per Multitasking ausgeführt, so treten ähnliche Effekte auf, die wir bereits auf Dual-Plattformen beobachten konnten, d.h., dass das Gesamtsystem spürbar in der Overall-Performance zulegt. Da bis dato jedoch relativ wenig multithreaded Applikationen existieren, stellt der letztgenannte Punkt eines der reizvollsten Anwendungsgebiete dar: Dem Anwender wird es nun möglich, sämtliche Aufgaben quasi gleichzeitig auszuführen. Der Virenscanner kann im Hintergrund nach Schädlingen forschen, Photoshop jagt gerade Filter über ein Bildchen, und zur gleichen Zeit kann die elektronische Post bearbeitet werden. Der User profitiert also direkt und unmittelbar vom neuen Feature und muss nicht unbedingt Multi-Prozessor-optimierte Software einsetzen. Gerade durch die Verbreitung von Hyper-Threading-Systemen wird die Optimierung hin zu multithreaded Applikationen für die Software-Industrie wesentlich interessanter – konnten doch bisher „nur“ echte Multi-Prozessor-Systeme von optimierter Software profitieren.

Naturgemäß stellt sich die Frage, wie „neu“ oder besser, wie groß der Aufwand zur Implementierung von Hyper Threading tatsächlich ist. Im Grunde genommen verfügen bereits alle Pentium 4 vom Typ „Northwood“ über die entsprechenden physikalischen Voraussetzungen. Intel spricht jedoch davon, dass Hyper-Threading nur in Verbindung mit relativ hohen Taktraten Sinn macht, leider stehen keine „niedrig“ getakteten Pentium 4 mit Hyper-Threading-Unterstützung zur Verfügung, um diese These zu überprüfen. Unmittelbar einleuchtend ist jedoch die Tatsache, dass bisher brachliegende idle-Prozesse der CPU zur Verwertung kommen. Dies kann damit begründet werden, dass die Ressourcen-Auslastung vor allem von der Charakteristik der einzusetzenden Software abhängt, Intel nennt beispielsweise cache misses, branch mispredictions, instruction level parallelism, instruction mix…

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Intel Pentium 4 mit 3.06 GHz - 2/5
14.11.2002 by holger
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Die neue CPU im Vergleich

Intel Takt in GHz FSB VCore TDP Max Temp.
P4 2.5 GHz 2.50 400 1.500 ca. 59 Watt ca. 71 C°
P4 2.6 GHz 2.60 400 1.525 62,6 Watt 72 C°
P4 2.66 GHz 2.66 533 1.525 66,1 Watt 74 C°
P4 2.80 GHz 2.80 533 1.525 68,4 Watt 75 C°
P4 3.06 GHz 3.06 533 1.550 81,8 Watt 69 C°

Der neue Dampfhammer ist ein echter Hitzkopf und verlangt nach guter Kühlung. Der User muss sich jedoch trotz der enormen TDP keine allzu großen Gedanken bezüglich des auszuwählenden Kühlkörpers machen: Der beigelegte boxed Kühler ist State-of-the-Art, er ist außerordentlich leistungsfähig, verfügt über einen eingelassenen Kupferkern sowie über einen 76 mm großen, aber leisen Lüfter.


Das bekannte Intel Mainboard 850EMV2 wurde uns in der Revision „4“ geliefert und verfügt im Gegensatz zur bisher eingesetzten Revision „1“ über eine deutlich aufgewertete Stromversorgung. Der User sollte also vor dem Kauf des neuen Boliden darauf achten, ob das einzusetzende Mainboard über eine entsprechende Freigabe des Herstellers verfügt.




Genug der Vorrede, schauen wir uns die Performance des neuen Prozessors in der Praxis an.

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Intel Pentium 4 mit 3.06 GHz - 3/5
14.11.2002 by holger
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Benchmarks
Erneut setzen wir den BAPCO SYSmark2002 ein, dieser setzt auf alltägliche und allgemeine Aufgaben, die durch eine Vielzahl von unterschiedlichen, handelsüblichen Programmen repräsentiert werden. Gerade von der exzessiven Multitasking-Nutzung erhoffen wir uns Aufschlüsse darüber, ob auch singlethreaded Applikationen von Hyper-Threading profitieren.

Internet Content Creation Office Productivity
Macromedia Dreamweaver 4 Microsoft Word 2002
Adobe Photoshop 6.0.1 Microsoft Excel 2002
Adobe Premiere 6.0 Microsoft PowerPoint 2002
Microsoft Windows Media Encoder 7.1 Microsoft Access 2002
Macromedia Flash 5 Microsoft Outlook 2002
  Dragon NaturallySpeaking Preferred v.5
  Netscape Communicator 6.0
  WinZip 8.0
  McAfee VirusScan 5.13

Ebenfalls wieder in unserem Parcours ist der MAGIX mp3 maker platinum (Patch 3.03d). Die beliebte Software konvertiert mühelos wave-Files ins mp3-Format. In Verbindung mit dem Patch 3.03d ist die Software sogar benchmarkfähig!

Um die Ergebnisse von TMPEG als Real-Life-Anwendung zu untermauern, setzen wir erstmals den MAINCONCEPT MPEG Enconder in der Version 1.3.1 ein. Wir sind der Auffassung, dass gerade diejenigen Applikationen zum Benchmarking herangezogen werden sollten, die unmittelbar vom User genutzt werden können und nicht auf eine fiktive Engine, die der Praxis nicht zum Einsatz kommt, aufsetzen.

Weitere (altbekannte) Benchmarks sind:
  BAPCO SYSmark2002 Internet Content Creation Office Productivity
P4 2.53 GHz PC1066 262 344 200
P4 2.8 GHz PC1066 283 373 215
P4 3.06 GHz ohne HT 293 402 213
P4 3.06 GHz mit HT 305 418 223

Auch Multi-Tasking profitiert vom neuen Hyper-Threading des Pentium 4. Offenbar gelingt es der CPU tatsächlich wesentlich effektiver, die knappen Prozessor-Ressourcen zu verwalten. Die Folge: Die Overall-Performance des Gesamtsystems profitiert unmittelbar von den beiden logischen Prozessoren.

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Intel Pentium 4 mit 3.06 GHz - 4/5
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  MAGIX mp3 maker platinum (Patch 3.03d)
P4 2.53 GHz PC1066 31,23
P4 2.8 GHz PC1066 32,27
P4 3.06 GHz ohne HT 33,49
P4 3.06 GHz mit HT 39,57
(Nur in Verbindung mit dem Patch 3.03d ist das Programm benchmarkfähig!)

mp3-Encoding macht mit dem neuen P4 erst richtig Spaß, solche Werte erzielt man sonst nur mit Dual-Rechnern.

Sandra
2002.1.8.59
Dhrystone Whetstone INT/SSE FPU/SSE Mem/INT Mem/FPU
P4 2.53 GHz PC1066 4677 1316/3093 10009 12209 3277 3274
P4 2.8 GHzPC1066 5529 1512/3491 11005 13578 3290 3275
P4 3.06 GHz ohne HT 5981 1665/3847 12080 14882 3365 3357
P4 3.06 GHz mit HT 7055 2478/5797 14316 22765 3371 3364

„Mein Gott“ ist man gewillt auszurufen, das darf doch nicht wahr sein! Die Werte von Sandra erreichen solch Schwindel erregende Höhenflüge, dass dem Tester der Sauerstoff-Gehalt ein wenig zu dünn wird.

MadOnion PCMark2002/CPU PCMark2002/MEM 3DMark2001SE
P4 2.53 GHz PC1066 6191 6448 11861
P4 2.8 GHz PC1066 6850 6494 12418
P4 3.06 GHz ohne HT 7419 6559 12723
P4 3.06 GHz mit HT 7475 6382 13831

Lediglich bei der Memory-Wertung des PCMark2002 sinken die Benchmark-Ergbnisse, in der CPU-Disziplin kann der P4 in Verbindung mit Hyper-Threading überproportional an Boden gut machen.

OpenGL & DirectX Vulpine GL
1024x768x32
Codecreatures
1024x768x32
Cinebench
Shading
Cinebench
Raytrace
Single CPU
Cinebench
Raytrace
Multi CPU
P4 2.53 GHz PC1066 82,7 28,4 fps / 9,9 Mio. 21,13 25,39 -
P4 2.8 GHz PC1066 83,2 28,9 fps / 10,1 Mio. 22,09 28,42 -
P4 3.06 GHz ohne HT 83,8 29,3 fps 10,2 Mio. 25,00 31,25 -
P4 3.06 GHz mit HT 83,9 29,5 fps/ 10,3 Mio. 25,22 31,06 34,71
MP-Factor: 1.12

Gerade Cinebench attestiert dem neuen Pentium 4 in Verbindung mit der gebotenen Multi-Prozessor-Unterstützung erhebliches Performance-Potential. Der ausgewiesene MP-Factor erscheint zunächst nicht spektakulär, bedenkt man jedoch, dass dieses Mehr an Performance bei gleicher Taktrate erzielt wird, erkennt man deutlich den Nutzen von Hyper-Threading.

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Intel Pentium 4 mit 3.06 GHz - 5/5
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Video TMPEG
ohne Hyper Threading
TMPEGmit Hyper Threading
P4 2.53 GHz PC1066 31,62 fps -
P4 2.8 GHz PC1066 35,55 fps -
P4 3.06 GHz PC1066Single Threaded 38,26 fps 38,86 fps
P4 3.06 GHz PC1066Multi Threaded - 46,45 fps

Deutliches Potential zeigt TMPEG bei der Adressierung der beiden logischen Prozessoren, doch selbst wenn TMPEG als singlethreaded Applikation auftritt, profitiert der User mit leichten Performance-Gewinnen!

Video Mainconcept 1.3.1 AVI-to-MPEGConverter
ohne Hyper Threading
Mainconcept1.3.1 AVI-to-MPEG Converter mit Hyper Threading
P4 2.53 GHz PC1066 2372 Sekunden -
P4 2.8 GHz PC1066 2148 Sekunden -
P4 3.06 GHz PC1066 1987 Sekunden 1773 Sekunden

…wir konvertieren schneller als Echtzeit, aber mit Hyper-Threading macht die Sache noch mehr Spaß!

Fazit und Empfehlung
Eines macht unser Test überdeutlich: Hyper-Threading macht durchaus Sinn und wird in der Zukunft durch das verstärkte Aufkommen multithreaded-fähiger Applikationen sein volles Potential entfalten können. Die Angst-Szenarien, dass der User Performance-Einbrüche beim Einsatz des neuen Features erleiden muss, kann man getrost ins Reich oder Wunschdenken des Mitbewerbers verbannen. Gerade der eingesetzte Sysmark 2002 zeigt, dass bei gleichzeitiger Verwendung von mehreren singlethreaded Applikationen Hyper-Threading als richtiges und dazu kostenloses Performance-Feature verstanden werden kann, das tatsächlich die Ressourcen-Auslastung der CPU verbessern kann. Deutliches Potential zeigt Hyper-Threading in Verbindung mit Multi-Prozessor-optimierter Software. Um es deutlich zu sagen, es handelt sich einesfalls um gesondert optimierten Code für Hyper-Threading, sondern um klassische, für Multi-Prozessor-Systeme verwendete Software.

Uns hat Hyper-Threading derart begeistert, dass wir fast die rohe Power des neuen Gigahertz-Boliden vergessen hätten: Für den Mitbewerber muss es schon schlimm sein, wenn die Konkurrenz mir nichts, dir nichts an der Performance-Schraube drehen kann, so wie es Intel beliebt. Hinzu kommt, dass die CPU weiterhin hervorragend skaliert und kein Engpass in greifbarer Nähe zu sein scheint. Intel begegnet mit dem neuen Feature dem Vorwurf der ineffizienten Ausnutzung von CPU-Ressourcen mit aller Macht, eindeutiger hätte die Machtdemonstration nicht ausfallen können: Die Diskussion ist ein für allemal beendet!

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