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Im Test: Silverstone Temjin TJ08 Micro-ATX Tower - 1/6
22.06.2006 by doelf
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Wie wäre es mal mit etwas Kleinem? Auch aus Micro-ATX Mainboards läßt sich viel Leistung herauskitzeln, wie die Testberichte des Asus A8N-VM CSM, MSI RS482M4-ILD, Asrock K8NF4G-SATA2 und des MSI K8NGM2-IL gezeigt haben. Doch was nutzt ein kompaktes Mainboard, wenn man es am Ende in einem Midi-Tower verbaut? In der Vergangenheit hatten wir mit dem Chieftec BK-01B-SL-B und dem Casetek 1007 zwei Micro-ATX Gehäuse im Test, doch diese beiden Gehäuse hatten nur eine mäßige Lüftung und waren auf Micro-ATX Netzteile angewiesen, die - zumindest mit ausreichender Power - nur schwer zu finden sind. Der Silverstone Temjin TJ08 Micro-ATX Tower, welchen wir heute vorstellen wollen, hat diese Probleme nicht. Ob er eine gute Wahl für die Freunde kompakter und dennoch erweiterbarer PCs ist, wollen wir auf den nächsten Seiten feststellen.


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Warum Micro-ATX?
Micro-ATX Mainboards bieten normalerweise vier Steckplätze und ordnen sich damit zwischen den vollwertigen ATX Platinen (bis zu sieben Slots) und den Mini-Barebones (zumeist zwei Slots) ein. Aktuelle Modelle setzen dies mit einem PCI-Express x16-, einem PCI-Express x1- sowie zwei 32-Bit PCI-Steckplätzen um. Angesichts der hohen Integrationsdichte der aktuellen Hauptplatinen (Grafik, Audio, LAN, Firewire, USB, PATA und SATA), reichen vier Erweiterungskarten in den meisten Fällen aus. Ein solcher PC spart Platz, kann auch auf den Schreibtisch gestellt werden und läßt sich leicht zur nächsten LAN transportieren. Schauen wir uns an, wie Silverstone diesen Formfaktor beim Temjin TJ08 interpretiert.


Das Micro-ATX Mainboard Asrock K8NF4G-SATA2 werden wir für diesen Test verwenden.

Technische Daten
Während die Breite des Temjin TJ08 mit 19,5 cm im Bereich aktueller Midi-Tower liegt, ist die Höhe mit 38,1 cm deutlich geringer, Chieftecs CS601 kommt beispielsweise auf satte 54 cm. Auch die Tiefe ist mit 37,8 cm recht gering, das CS601 kommt hier auf 46 cm. Gerade Letzteres beeinträchtigt den Einsatz sehr großer CPU-Kühler, da diese die Festplattenschächte blockieren würden. Mit 5,5 kg ist das Gehäuse für einen Micro-ATX Tower recht schwer, das liegt daran, daß die Front zwar aus Aluminum besteht, der Korpus aber aus verzinktem Stahl (SECC) gefertigt wurde. Preiswertere Gehäuse mit einer Front aus Kunststoff bringen ein knappes Kilogramm weniger auf die Waage.


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Während zwei 120 mm Lüfter dem Temjin TJ08 eine hervorragende Kühlung ermöglichen, sind zwei 5 1/4 Zoll sowie vier 3,5 Zoll Laufwerksschächte für einige Benutzer schon etwas knapp bemessen. In Hinblick auf die Frontanschlüsse ist Silverstone gewohnt großzügig und bietet gleich vier USB 2.0-Buchsen. Hinzu kommen zwei analoge Audio-Anschlüsse und ein Firewire-Port.

Lieferumfang:
Im Lieferumfang finden wir folgendes:

Die Anleitung fällt sehr knapp aus, ist aber verständlich und klar bebildert, allerdings vermissen wir Hinweise auf den Wechsel des Staubfilters, dazu später mehr. Leider hat Silverstone darauf verzichtet, das Handbuch in die deutsche Sprache zu übersetzen.

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Im Test: Silverstone Temjin TJ08 Micro-ATX Tower - 2/6
22.06.2006 by doelf
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Äußeres
Beginnen wir mit der Aluminiumfront. Diese gibt dem Gehäuse ein elegantes und wertiges Aussehen. Silverstone setzt auf eine klare Gliederung und vermeidet Experimente.


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Unter dem Markenlogo befinden sich die beiden 5 1/4-Zoll Einschübe, die jeweiles von einer Metallblende verdeckt werden.


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Diese Metallblenden sind mit Schrauben befestigt und lassen sich daher leicht wiederverwenden.


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Mit 25 mm ist die Aluminiumfront recht dick und wirkt auch sehr massiv. Alle Kanten und Übergänge wurden sorgfältig abgerundet.


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Ebenfalls klassisch ist die Anordnung der Schalter neben den 3,5-Zoll Einschüben. Silverstone verzichtet auch hier auf Kunststoff und verwendet Knöpfe aus Metall. Diese haben einen präzisen Druckpunkt, der Reset-Knopf ist allerdings ein wenig groß geraten.


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Silverstone bietet vier USB 2.0-Anschlüsse, einen Firewire-Port, einen Kopfhörer-Ausgang und einen Mikrofon-Eingang.


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Auch das Panel mit den Frontanschlüssen besteht aus Metall und bildet mit dem Rest der Front eine Einheit. Da gerade diese Anschlüsse bei vielen Gehäusen billig und aufgesetzt wirken, freut uns Silverstones konsequentes Vorgehen. Nicht ganz so gut gefällt uns die Platzierung der Frontanschlüsse auf Fußbodenniveau.

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Im Test: Silverstone Temjin TJ08 Micro-ATX Tower - 3/6
22.06.2006 by doelf
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Die Belüftung
Seitlich sehen wir einen Lufteinlaß in Höhe der Grafikkarte. Hier ist zwar kein Lüfter vorgesehen, doch zusätzliche Zu- oder Abluft - abhängig vom Kühlkonzept der Grafikkarte - ist an dieser Stelle immer sehr willkommen.


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Auf der Rückseite sehen wir unterhalb des Netzteiles einen 120 mm Lüfter. Der Blick durch das Gehäuse offenbart ein gleich großes Gegenstück hinter der Gehäusefront.


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Silverstone liefert zwei 120 mm Lüfter mit, die im Bereich der Erweiterungskarten und der CPU für eine sehr gute Durchlüftung sorgen. Die Festplatten werden nur indirekt belüftet, da sie oberhalb des forderen Lüfters montiert werden.


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Beide Lüfter sind mit Gittern ausgestattet, damit Finger und Kabel nicht in die Lüfterblätter geraten können. Dies macht vor allem bei kompakten Gehäusen wie dem Temjin TJ08 Sinn.


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Die Lüfter sind mit Molex-Anschlüssen versehen, so daß man sie einfach ans Netzteil anschließen kann. Da es bei dieser Methode keine Tachosignale gibt, kann man die Lüfter nicht mit einer automatischen Lüftersteuerung, die anhand der Drehzahl regelt, nutzen.

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Im Test: Silverstone Temjin TJ08 Micro-ATX Tower - 4/6
22.06.2006 by doelf
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Einbau der Hardware: Die Laufwerke
Die Laufwerke werden mit Schrauben befestigt, auf Schienen und andere Hilfsmittel verzichtet Silverstone. Damit wird der Einbau zwar nicht erleichtert, doch Silverstone setzt auf eine bewährte Methode, die universell verwendet werden kann.


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Beim Blick auf das obige Bild dürfte ein wenig Verwunderung aufkommen: Zwar kann man zwei 5 1/4-Zoll Einschübe sehen, doch statt vier gibt es nur drei Schächte für Geräte im 3,5-Zoll Format. Das vierte Geräte, normalerweise eine Festplatte, wird kopfüber unter den untersten Schacht geschraubt. Dort profitiert die Festplatte zwar vom vorderen 120 mm Lüfter, doch nicht alle Festplatten vertragen den Überkopfbetrieb - vor dem Einbau sollte man dies beim Hersteller der Festplatte in Erfahrung bringen.


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Einbau der Hardware: Das Mainboard
Der Einbau des Mainboards ist ein Kinderspiel: Zunächst schraubt man das rechte Seitenteil (von vorne gesehen) ab, danach zieht man das Mainboardtray in Richtung Gehäusefront und nimmt es heraus.


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Optimistisch wie wir nunmal sind, haben wir zunächst Silverstones Nitrogon NT06 als CPU-Kühler auf dem Mainboard verschraubt und dieses auf das Tray montiert.


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Allerdings stieß der 120 mm Lüfter des Silverstones Nitrogon NT06 gegen unsere Festplatte oder, wenn wir ihn drehten, mit den Heatpipes in den hinteren Gehäuselüfter. Als Ersatz verwendeten wir den Noctua NH-U9.


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Das Netzteil wird wie bei den meisten Gehäusen mit vier Schrauben an der Rückseite befestigt. Die Frontanschlüsse passen auf übliche USB- und Audio-Header, für den Firewireanschluß bietet Silverstone zusätzlich die Option, jede Leitung einzeln aufzustecken. Da es hier von Mainboard zu Mainboard die unterschiedlichsten Belegungen gibt, ist diese Maßnahme sehr sinnvoll.


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Im Test: Silverstone Temjin TJ08 Micro-ATX Tower - 5/6
22.06.2006 by doelf
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Wechsel des Staubfilters
Kommen wir nun zu einem Punkt, der uns weniger gefallen hat, dem Wechsel des Staubfilters. Eigentlich ist es ja durchaus positiv, daß Silverstone an einen Filter für den 120 mm Frontlüfter gedacht hat, doch warum beschreibt man nicht in der Anleitung, wie dieser gewechselt oder gereinigt werden kann? Wahrscheinlich weil dies unglaublich umständlich ist!


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Zunächst entfernt man beide Seitenteile (fünf Schrauben), danach löst man links (von vorne aus betrachtet) zwei und rechts drei weitere Schrauben, nun kann man die Front abnehmen.


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Und hier zeigt sich der zweite Schwachpunkt der Konstruktion: Die Kabel für die Frontanschlüsse durchbrechen die Gehäusefront genau dort, wo sich die Platine mit den Schaltern und LEDs befindet. Bei der Befestigung der Gehäusefront stellen wir fest, daß die Platine auf die Kabel drückt.


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Warum Silverstone diese Engstelle produziert, ist absolut nicht nachvollziehbar, da ausreichend Platz zur Verfügung steht, um die Kabel an einer anderen Stelle durchzuführen.

Schallpegelmessung
Wir haben das Gehäuse mit den beiden vorinstallierten 120 mm Lüftern und ohne weitere Schallquellen vermessen. Für die Messung verwendeten wir ein Mastech MS6701 Schallpegelmeter, welches die Anforderungen für die Normen IEC 651/EN 60651 type 2 und ANSI S1.4 type 2 erfüllt und einen Messbereich von 30 bis 130 dB(A) bietet.

Die Messung wurde aus einer Höhe von 35 cm und mit einem Abstand von 50 cm vor der Gehäusefront vorgenommen. Wir messen hierbei 38,2 dB(A), auf einen Abstand von einem Meter bezogen wären dies 32,18 dB(A). Damit sind die beiden Lüfter vergleichsweise leise, zudem haben sie ein angenehmes Laufgeräusch, das nicht störend auffällt. Dennoch ist der Luftdurchsatz bei 1200 U/min recht gut.

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Im Test: Silverstone Temjin TJ08 Micro-ATX Tower - 6/6
22.06.2006 by doelf
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Fazit
Mit dem Temjin TJ08 Micro-ATX Tower präsentiert Silverstone ein schickes, kompaktes Gehäuse, dessen Stärken eine sehr gute Verarbeitung und eine vorbildliche Belüftung sind. Die 25 mm dicke Aluminiumfront und die Knöpfe, Blenden und das Frontanschlußpanel, die Silverstone allesamt aus Metall fertigt, hinterlassen einen wertigen Eindruck und auch im Inneren gibt es keine scharfen Kanten. Die beiden 120 mm Lüfter erzeugen einen guten Luftdurchsatz und arbeiten trotzdem recht leise. Mit vier USB 2.0- und zwei Audio-Anschlüssen sowie einem Firewire-Port bietet Silverstone reichlich Konnektivität an der Gehäusefront - leider nur auf Fußbodenniveau.

Mit vier Erweiterungskarten, zwei 5 1/4-Zoll- und vier 3,5-Zoll-Schächten ist die Erweiterbarkeit zwar eingeschränkt, für die meisten Benutzer aber völlig ausreichend. Da das Gehäuse nicht besonders tief ist, stoßen übergroße CPU-Kühler gegen die Festplatten. Die Höhe der CPU-Kühler ist weniger problematisch, da das Temjin TJ08 nicht schmaler ist, als ein normales Midi-Tower Gehäuse. Ein Netzteil wird zwar nicht mitgeliefert, da man in das Temjin TJ08 aber jedes beliebige ATX-Netzteil einbauen kann, ist die Auswahl riesengroß.

Nicht ganz so clever finden wir den Staubfilter des Frontlüfters. Um diesen zu säubern oder auszutauschen, muß man nicht nur beide Seitenteile abnehmen, sondern auch die Front abschrauben. Zehn Schrauben für einen Filterwechsel sind indiskutabel. Auch nicht besonders clever: An der Stelle, die Silverstone zum Herausführen der Kabel für die Frontanschlüsse nutzt, befindet sich auf der Rückseite der Gehäusefront die Platine mit den Schaltern und LEDs, welche gegen die Kabel drückt.

Silverstones Temjin TJ08 Micro-ATX Tower ist ein gelungenes Gehäuse, das uns im Test überzeugen konnte. Silverstone sollte den Staubfilter derart gestalten, daß man ihn nach unten herausziehen kann, ohne daß man das Gehäuse öffnen muß. Zudem sollte man die Kabel der Frontanschlüsse ca. 2 cm tiefer durchführen. Ohne das Filterproblem wäre hier und heute ein Editor's Choice vergeben wurden, so ist es immerhin ein "Sehr Gut". Wer ein hochwertiges Micro-ATX Gehäuse für anspruchsvolle Hardware sucht, wird kaum eine bessere Alternative finden. Der Preis liegt bei 84,90 €.

Pro:
  • zwei leise 120 mm Lüfter
  • vorbildliche Verarbeitung
  • viele Frontanschlüsse
  • kompatibel mit ATX-Netzteilen
Contra:
  • nur mäßig erweiterbar
  • Staubfilter nur schwer erreichbar
  • Durchführung der Frontkabel schlecht platziert


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Bester Preis:
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nur 84,90 €




Unser Dank gilt Silverstone für die Teststellung des Temjin TJ08.




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