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Tyan Tiger MP S2460, Dual Socket A - 2/10
Das Layout
Neben der Größe des Mainboards sollte man auch die Speicheranforderungen beachten: das Tyan Tiger MP bietet vier DDR-RAM Bänke, die mit bis zu 3 GB Speicher bestückt werden können. Im Handbuch wird auf Seite 21 erstaunlicher Weise der Ausbau bis zu 3,5 GB beschrieben, der vom Chipsatz zwar unterstützt wird (bis maximal 4 GB), laut Tyan jedoch nicht vom Board. Es wir unbedingt REGISTERED RAM benötigt, ECC wird ebenfalls unterstützt. Diese Module sind um einiges höher als normale Speicherbausteine und können in einigen Gehäusen mit den 3,5 oder 5 1/4 Zoll Schächten in Konflikt kommen. Viele Serverboards haben praktischer Weise angewinkelte Speicherbänke - hier liegen die Bausteine schräg und ragen nicht so weit in die Höhe wie etwa auf dem Tyan Thunder, dem großen Bruder des Tiger MP. Auf dem Tyan Tiger MP stehen sie jedoch vertikal und das ergibt in vielen Gehäusen Probleme. Die Speicherbänke sind zudem recht schwergängig. Leicht passiert es, daß ein Modul nicht 100% richtig sitzt und dann geht eine aufwendige Fehlersuche los. Am Besten setzt man die Speicherbausteine gleich nach der CPU und Lüfter Montage auf das Board und kontrolliert den richtigen Sitz sorgfältig! In den Speicherbänken des Tyan Tiger scheinen gerade etwas ältere Crucial Module die Neigung zu haben, sich aus den Bänken herauszudrücken, was recht lästig sein kann.
REGISTERED RAM - Bei Verwendung mehrerer Module werden Zugriffe durch Register gesteuert, erhöt die Betriebssicherheit unter kritischen Bedingungen ECC RAM - Error Checking and Correcting*, Fehler werden erkannt, bei einem Single-Bit Fehler werden die Daten berichtigt weitergegeben, der Inhalt des Speichers wird jedoch nicht berichtigt. Im ECC+Scrubbing* Modus wird auch der Fehler im Speicher berichtigt. Dies ist sinnvoll, da weitere Fehler zu einem Double-Bit Fehler führen können und dieser kann nicht behoben werden - das System bleibt stehen! Im Handel findet man zumeist nur normale Speichermodule, REGISTERED ECC Module sind teurer und können auf normalen Mainboards zumeist nicht eingesetzt werden. Einige Tester haben deshalb das Tyan Tiger MP auch mit normalem Speicher betrieben. Davon kann ich jedoch nur abraten. Im Zusammenspiel mit einem Crucial 256MB PC2100 CL2.5 Modul (weder REG noch ECC) lief das Board halbwegs zuverlässig, bei zwei Bausteinen lief eigentlich gar nichts mehr. Überhaupt mochte das Board Bausteine von Crucial (sowohl REG als auch ECC) nicht so sehr, auf Anfrage bestätigte Tyan Deutschland Probleme mit einigen diesen Modulen und wir wichen auf Infinion (2x 512MB DDR2100 CL2, REG, ECC) aus. Noch ein wichtiger Hinweis: wird im BIOS die Option EC, ECC oder ECC+Scrub gewählt, so bleibt der Bildschirm nach dem Einschalten bis zu einer Minute schwarz. In dieser Zeit, werden alle BITs im Speicher mit 0 überschrieben. Also keine Panik und erst einmal einen Moment warten!
Das Handbuch befindet sich eigentlich auf gutem Niveau, bietet aber noch eine handvoll Fehler und Unklarheiten. So müssen gleich vier Jumper gesetzt werden, um zwischen 200 (Athlon-B, Duron) und 266 MHz (Athlon-C, Athlon XP & MP) Frontsidebus umzustellen. Auf Seite 13 des Handbuches wird für 266 MHz Betrieb der Jumper J53 in die Stellung 1-2 gesetzt. Das widerspricht der werkseitigen Jumperung und aller Logik: die Stellung 2-3 ist hier die richtige Wahl! Wo wir gerade bei CPUs sind: offiziell wird nur der AMD Athlon MP unterstützt, aber auch alle anderen Durons und Athlons sind lauffähig. Auch im Dual-Betrieb! Allerdings kommen einige CPUs im Dualbetrieb nicht miteinander zurecht, während andere problemlos arbeiten. Nur für den AMD Athlon MP wird der Dualbetrieb garantiert! Daher ist diese CPU immer die erste Wahl. Wer gute Beziehungen zu seinem Computerhändler hat, kann aber auch zwei andere CPUs probieren, wobei die Chancen auf eine gute Zusammenarbeit besser sind, je enger die Seriennummern zusammenliegen. Für den Dual Betrieb empfehlen sich alle Durons ab 1000 MHz und jeder AMD Athlon XP. Die neuen Cores dieser Prozessoren (Morgan und Palomino) wurden für den Dual Betrieb optimiert und poduzieren auch weniger Abwärme.
Noch einmal zum Handbuch: auf Seite 12 werden die Anschlüße für Power, Reset, Speaker usw beschrieben. Die Zeichnung hierzu wurde jedoch gedreht abgedruckt. Im ersten Augenblick werden die meisten eine Drehung im Uhrzeigersinn vermuten, doch dem ist nicht so! Die IDE LED befindet sich rechts auf dem Board! Leider ist auch die Beschriftung der Platine selber für einen Laien kaum verständlich und Try and Error kann an dieser Stelle leicht einen Kurzschluß hervorrufen und das Board beschädigen.
Das Layout ist recht sauber gelungen und stellt einen Kompromiß dar, denn zwei Sockel wollen erst einmal untergebracht werden. Die Speicherbänke hinterlassen einen gemischten Eindruck, da sich einige Module nur schwer installieren lassen und sich ältere Crucial Module regelmäßig lockerten. Die Infinion Module hingegen bereiteten uns keinerlei Probleme. Die Beschriftung des Boards könnte wesentlich besser sein, ebenso sollten ein paar Punkte im Handbuch überarbeitet werden. Daß diverse Grafikkarten wegen eines schlecht platzierten Kondensators nicht verwendet werden können, ist sehr ärgerlich und ein unnötiger Layout Fehler, der selbst bei der dritten Revision der Platine (1.3) noch vorhanden ist. Weiter: 3. Das BIOS |
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